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NoVA-Steuer berechnen

Die Abkürzung NoVA steht für eine österreichische Besonderheit: die Normverbrauchsabgabe. Sie wird beim Fahrzeugkauf in der Regel direkt vom Autohändler abgeführt. Bei Eigenimporten und der Erstzulassung eines Neu- oder Gebrauchtwagens, Motorrads oder Wohnmobils aus dem Ausland ist sie aber auch von Privatpersonen ans Finanzamt zu entrichten. Wir zeigen dir, wer die NoVA-Steuer zahlen muss, wie man sie berechnen kann und welche Ausnahmen beziehungsweise Möglichkeiten zur Rückerstattung bestehen.

Was genau ist die NoVA?

Die Normverbrauchsabgabe ist seit 1992 gültig. Sie gleicht die Steuereinbußen aus, die mit der Abschaffung beziehungsweise Reduktion der erhöhten Umsatzsteuer auf bestimmte Luxusgüter - unter anderem Kraftfahrzeuge - in Höhe von zuletzt 32 auf 20 Prozent einhergegangen wären. Seit dem Inkrafttreten des Abgabenänderungsgesetzes 2014 am 1. März des gleichen Jahres werden die CO2-Emissionen des Fahrzeugs als Maßstab für die Besteuerung herangezogen, anstelle des Treibstoffverbrauches (Normverbrauch). Die NoVA dient somit jetzt noch mehr als Anreiz, Fahrzeuge mit geringen CO2-Emissionen zu bevorzugen - rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sind von der Steuer sogar gänzlich ausgenommen.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Die Normverbrauchsabgabe ist für Motoräder und Pkw sowie andere hauptsächlich zur Personenbeförderung gebaute Kraftfahrzeuge zu entrichten. Das bedeutet, Lkw sind nicht betroffen, Reisemobile dagegen schon. Es gibt aber noch weitere Ausnahmen: So fällt die NoVA-Steuer nicht für anerkannte Oldtimer oder mehrspurige Kleinkrafträder  - sogenannte Mopedautos - an. Auch für Fahrzeuge, für die ein begünstigter Zweck nachgewiesen werden kann, kann eine Befreiung von der Steuer erwirkt werden.

Dazu zählen unter anderem Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge, Fahrschulautos und Taxis oder Mietwagen und Sondertransportfahrzeuge. Die genaue Aufzählung findet sich in Paragraph 3, Absätze 3 und 4 des Normverbrauchsabgabegesetzes. Aber Achtung: Endet die begünstige Nutzung, dann kommt die NoVA-Pflicht wieder zur Geltung. Diese ist dann allerdings von dem Unternehmer beziehungsweise der Organisation zu tragen, die die Nutzungsänderung durchführt - also zum Beispiel die Fahrschule oder der Taxibetrieb - und das Fahrzeug dann an eine Privatperson zur privaten Nutzung verkauft.

Bis Ende 2015 galt auch noch eine Bonusregelung für Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb, wie zum Beispiel Autos mit Hybridantrieb, Erdgas- und Biogasmotoren oder Flüssiggasmotoren. Käufer dieser Autos konnten eine NoVA-Minderung von bis zu 600 EUR geltend machen. Dies geht heute nicht mehr. Lediglich vollständig elektrisch oder elektrohydraulisch betriebene Personenfahrzeuge sind nunmehr noch von der Normverbrauchsabgabe befreit.

Das Ganze gilt im Übrigen für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge und ist nicht nur auf den klassischen Fahrzeugkauf beschränkt, sondern gilt auch für Schenkungen, Erbschaften und Übersiedelungen. Auch Leasingfahrzeuge unterliegen der NoVA, egal ob die Leasinggesellschaft ihre Niederlassung in Österreich oder im Ausland hat - steuerschuldrelevant ist nicht der Standort der Leasinggesellschaft, sondern ausschließlich der Ort der Verwendung des Fahrzeuges.

Welche Dokumente werden benötigt?

Planst du den Kauf eines Fahrzeugs, das erstmalig in Österreich zugelassen werden soll, bei einem Händler in Österreich, dann musst du dir um die Formulare keine Gedanken machen. Der Verkäufer wird die Normverbrauchsabgabe in den Kaufpreis einrechnen und die Steuer anschließend ans Finanzamt abführen. Etwas komplizierter wird es erst, wenn du ein neues oder gebrauchtes Auto, Motorrad oder Wohnmobil im Ausland kaufen und in Österreich zulassen willst. Dann bist du nämlich in der Pflicht, die NoVA bei deinem zuständigen Finanzamt anzumelden und zu bezahlen. Das dazu notwendige Formular namens "NoVA 2" kann man sich auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen unter dem Navigationspunkt "Formulare" herunterladen. Dort findet sich auch das Formular "NoVA 2a", in dem die Normverbrauchsabgabe erklärt wird und das als Ausfüllhilfe für das Hauptformular dient.

Willst du ein Gebrauchtfahrzeug im EU-Ausland erwerben, nach Österreich importieren und zulassen, dann ist der Tag der Erstzulassung des Fahrzeugs in dem jeweiligen Mitgliedsland entscheidend für die Bemessungsgrundlage und somit die Berechnung der NoVA entscheidend. Ist das Fahrzeug bereits vor dem Inkrafttreten des Abgabenänderungsgesetzes am 1. März 2014 zugelassen und in Betrieb genommen worden, dann muss sich die Höhe der Steuer auch an der vormals gültigen Bemessungsgrundlage orientieren. Das ist auch beim Ausfüllen des Formulars "NoVA 2" unbedingt zu beachten. Beide Optionen sind hier bereits vorgesehen.

Tipp: Unter Umständen besteht die Möglichkeit, sich die NoVA anteilig vom Fiananzamt zurückzuholen. Dies ist möglich, wenn du als Privatperson zum Beispiel mit deinem Auto ins Ausland übersiedelst - es also dann auch dort zulässt - oder ein Auto nachweislich ins Ausland verkaufst. Auch das ist mit dem oben erwähnten Formular "NoVA 2" möglich.

Wie berechnet sich die NoVA?

Die Bemessungsgrundlage für die Errechnung der NoVA von Neufahrzeugen ist der Nettokaufpreis - also ohne Umsatzsteuer - für die Grundausstattung zuzüglich etwaiger Sonderausstattung und mitgeliefertem Zubehör. Für Motorräder ist die Berechnung des Steuersatzes simpel: Vom Wert des Hubraumes in Kubikzentimeter (ccm) einfach 100 abziehen und das Ergebnis mit 0,02 multiplizieren. Das Ergebnis dann auf volle Beträge auf- beziehungsweise abrunden. Fertig. Der Höchststeuersatz liegt bei 20 Prozent. Bei Motorädern mit maximal 125 Kubikzentimeter Hubraum ist er dagegen auf 0 Prozent festgelegt.

Die Errechnung der NoVA für Pkw und Co. - zu denen übrigens auch Quads gezählt werden - erfolgt auf die gleiche Weise. Allerdings liegt hier der Höchststeuersatz bei 32 Prozent. Zudem kann hier noch ein Fixbetrag von 300 EUR vom errechneten Steuerbetrag abgezogen werden, was bei einem sehr geringen Steuerbetrag aber nicht zu einer Steuergutschrift führen kann, sondern lediglich einer Steuerschuld von 0 EUR. Außerdem werden Fahrzeuge mit besonders hohem CO2-Ausstoß bestraft: Liegen die CO2-Emissionen über 250 Gramm pro Kilometer, erhöht sich die zu leistende NoVA für jedes zusätzliche Gramm CO2 um 20 EUR. Einen komfortablen NoVA-Rechner für Neufahrzeuge und weitere Informationen findet man auf der Website des ÖAMTC.

Etwas komlizierter wird es bei Gebrauchtfahrzeugen: Hier dient nicht der Neupreis als Bemessungsgrundlage, sondern der gemeine Wert des Fahrzeugs, den man in der Regel der Euro-Tax-Liste entnehmen kann. Das Problem hierbei ist allerdings zum einen, dass die Abfrage des Eurotax-Werts nur Geschäftskunden, wie Fahrzeughändlern, Werkstätten, Versicherungen, Kfz-Sachverständige etc. vorbehalten ist. Zum anderen liegen auch nicht für jedes Fahrzeugmodell Daten vor, zum Beispiel für besonders alte oder neue Modelle. Der ÖAMTC bietet seinen Mitgliedern an, pro Kalenderjahr bis zu fünf kostenfreie Eurotax-Abfragen gratis durchführen zu können. Solltest du selbst nicht Mitglied sein, frag doch einfach mal in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach.

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