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E-Mobilität – Elektromobilität in Österreich

Konzept der Zukunft und gut für die Umwelt? Oder doch nur ein Hype um viel Elektroschrott? Wenn es um das Thema E-Mobilität geht, kann es selbst unter dicken Freunden zu hitzigen Diskussionen kommen. Dabei setzen immer mehr Hersteller auf die emissionsarme Variante des Autos. Auch die Auswahl an Elektrofahrzeugen lässt keine Wünsche mehr offen. Wir sagen dir, was die Technologie wirklich kann und über welche Fakten du unbedingt Bescheid wissen solltest.

E-Mobilität erfreut sich immer größerer Beliebtheit 

Beinahe lautlos gleiten sie durch die Stadt und machen dabei durch ihr futuristisches Design auf sich aufmerksam: die E-Autos. So langsam erobern sie tatsächlich unsere Straßen und das ist auch kein Wunder: Die Sorge um die Klimakrise zählt laut einer Befragung zu einer der größten Ängste der österreichischen Bevölkerung. Man will aktiv etwas gegen den eigenen CO2-Ausstoß tun und die Weiterentwicklung der Elektromobilität macht diesen Schritt möglich. Besonders bei den Millennials, also jungen Menschen zwischen 23 und 38 Jahren, erfreut sich die E-Mobilität großer Beliebtheit. Ein großer Teil dieser Zielgruppe kann sich den Kauf eines E-Autos in den nächsten zwei bis zehn Jahren gut vorstellen.

Dabei steht ihnen mittlerweile eine Vielzahl an Modellen zur Auswahl: Ob klein und sportlich oder groß und geräumig mit Platz für die ganze Familie. Autos mit E-Antrieb erfüllen heute ganz unterschiedliche Bedürfnisse und können auch größere Strecken ohne lästige Ladestopps zurücklegen. Und während in Sachen E-Mobilität vor wenigen Jahren noch das Geld eine große Rolle spielte, wird sie mittlerweile auch für ein breites Publikum leistbar. So hat VW vor kurzem den neuen vollelektrischen ID.3 vorgestellt. Seine Basisversion soll weniger als 30.000 Euro kosten und somit die Massen klimafreundlich bewegen können.

Welche Antriebsarten zählen zur E-Mobilität?

Ist doch klar: Alles, was mit Strom läuft. Aber dazu gehören eben nicht nur batterieelektrische Fahrzeuge, die direkt ans Stromnetz angeschlossen und aufgeladen werden, sondern auch E-Autos mit Brennstoffzelle und Hybrid-Fahrzeuge.

Brennstoffzellenfahrzeuge werden mit Wasserstoff oder Methanol betankt und wandeln diese Stoffe in elektrische Energie um. Diese treibt das Fahrzeug entweder direkt an oder wird in einer Traktionsbatterie zwischengespeichert. Derzeit gibt es bei uns nur ein unzureichend flächendeckendes Netz von Wasserstoff-Tankstellen. Dieses soll aber in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden, um Brennstoffzellenfahrzeuge wirklich alltagstauglich zu machen.

Hybrid-Fahrzeuge kombinieren die Vorteile des Verbrennungsmotors mit denen des Elektroantriebs. Beim Anfahren und im eher langsamen Stadtverkehr kommt der elektrische Teil zum Einsatz, während der Verbrennungsmotor auf Autobahn und Landstraße übernimmt. Für besonders gute Beschleunigung sorgt das Zusammenspiel beider Technologien. Manche Hybridautos erreichen bereits eine erstaunliche Reichweite und können dadurch im Stadtverkehr rein elektrisch genutzt werden.

Was macht E-Autos so effizient im Stadtverkehr?

Während Verbrennungsmotoren ihre Stärken vor allem bei mittleren Geschwindigkeiten und gleichmäßigem Betrieb zeigen, arbeiten Elektroautos bei jeder Geschwindigkeit mit derselben Effizienz. Das macht sie im Stadtverkehr mit vielen Ampeln, häufigem Stop-and-Go-Verkehr und ohnehin kurzen Distanzen zu einem besonders nachhaltigen Transportmittel.

Wusstest du, dass Verbrennungsmotoren lediglich einen Wirkungsgrad von etwa 25 % haben? Die restliche Energie geht verloren und kann nicht für den Antrieb genutzt werden. PKW mit Wasserstoffantrieb benötigen ebenfalls einen großen Teil der Energie für die einzelnen Umwandlungsschritte und liegen damit auch weit hinter dem batterieelektrischen Auto. Dieses hat einen Wirkungsgrad von gut 85 % und damit einen klaren Vorteil gegenüber anderen Antriebsarten!

Sauberer Strom für saubere Mobilität

Wie grün das E-Auto tatsächlich ist, hängt auch von Herkunft des geladenen Stroms ab. Kommt der zum größten Teil aus einem Kohlekraftwerk, sieht es mit der CO2-Bilanz erst wieder ziemlich schlecht aus. In Österreich beziehen wir jedoch einen relativ großen Anteil unseres Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Wasserkraft. Das Elektroauto bringt bei uns also tatsächlich eine Reduktion der CO2-Emissionen.

Intelligentes Lademanagement durch die entsprechende Infrastruktur wie eigene Photovoltaikanlagen zu Hause und dazugehörige Energiespeicher oder der Bezug reinen Ökostroms über deinen Stromanbieter steigern die positive Klimabilanz zusätzlich.

Hinweis: Den E-Mobilitätsbonus 2019 / 2020 erhältst du übrigens nur, wenn du dein E-Auto ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien lädst.

Der Expertenbericht "Mobilität & Klimaschutz 2030" des ÖAMTC kommt zu dem Ergebnis, dass wir den CO2-Ausstoß dank Elektrifizierung des Verkehrs und technischer Verbesserungen in Sachen Mobilität um 28 Prozent senken können. Schon ab dem Jahr 2023 soll es mehr Neuzulassungen mit Elektroantrieb geben als mit klassischen Verbrennungsmotoren.

Wie nachhaltig sind die Batterien der E-Autos?

Elektromobilität an sich verringert zwar unseren ökologischen Fußabdruck und den CO2-Ausstoß beim Fahren, in der Herstellung haben jedoch vor allem die Batterien noch Einiges nachzuholen. So verursacht die Produktion einer Kilowattstunde Batteriekapazität rund 125 Kilogramm CO2. Deswegen wirken sich vor allem leistungsstarke Batterien in Elektrofahrzeugen, die für eine größere Reichweite sorgen, negativ auf die CO2-Bilanz des Autos aus.

Für die Herstellung der Akkus werden außerdem giftige Metalle wie zum Beispiel Lithium und Kobalt benötigt. Deren Gewinnung ist nicht nur sehr belastend für die Umwelt, sondern zum Teil auch geopolitisch problematisch.

Apfelreste und Spinnenblut als Alternativen für Lithium?

Was haben Äpfel und Spinnen denn mit Batterien zu tun? Eine ganze Menge, wie deutsche Wissenschaftler am Helmholtz-Institut in Ulm beweisen. Sie forschen intensiv an nachhaltigen Alternativen für Lithium und Kobalt. Dabei setzen sie auch auf so absurd klingende Mittel wie das gesunde heimische Obst und einen Bestandteil des Bluts jener achtbeinigen Tierchen, die viele von uns so gar nicht mögen.

Äpfel enthalten besonders viel Kohlenstoff, an dem sich Natriumionen gut anlagern können. Entwickelt sich diese Technologie noch ein wenig weiter, kann man damit günstige und ökologisch unbedenkliche Batterien herstellen. So ganz markttauglich ist die Erfindung jedoch noch nicht: Die Apfelbatterie bringt weniger Leistung als Lithium und ist noch zu groß für kleine elektronische Geräte.

Und die Sache mit dem Spinnenblut? Keine Sorge, das werden wir in Zukunft nicht tanken müssen. Das Blut von Spinnen, aber auch von Schnecken und Tintenfischen, enthält das Molekül Porphyrin, das für den Transport von Energie zuständig ist. Nach ersten Versuchen mit der Spinnenblutbatterie konnten die Forscher feststellen, dass sie zwar weniger Energie speichert als die gewöhnliche Lithium-Batterie, dafür aber schneller aufgeladen werden kann. Diese Erfindung soll uns bereits in ein paar Jahren Strom liefern.

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