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Chiptuning für dein Auto – Was bringt die Software-Optimierung wirklich?

Mehr Leistung, bessere Beschleunigung, weniger Verbrauch. Gezieltes Chiptuning verspricht, das Beste aus jedem Motor herauszuholen und damit für mehr Fahrspaß zu sorgen. Aber wie wirkt sich die Leistungsänderung auf den Motor und dessen Lebensdauer aus? Und was solltest du beim Fahrzeugtuning auf jeden Fall beachten? Wir haben die wichtigsten Infos für dich.
Was ist Chiptuning?

Beim Chiptuning wird die Leistungsfähigkeit des Motors nachträglich an die entsprechenden Wünsche des Fahrers angepasst. Dabei werden am Fahrzeug keine baulichen Veränderungen vorgenommen, sondern lediglich die vom Hersteller festgelegten Steuerparameter der elektronischen Motorsteuerung modifiziert. Chiptuning kann auf mehrere Arten gemacht werden, die sich sowohl preislich wie auch qualitativ stark voneinander unterscheiden. Dabei werden von den einzelnen Anbietern zum Teil eine beträchtliche Leistungssteigerung von 20 bis 30% bei Dieselmotoren und bis zu 40% bei Ottomotoren mit Turbo versprochen.

Wichtiger Hinweis: Ob diese Werte wirklich eingehalten werden können und welche Auswirkungen das Tuning auf die einzelnen Teile des Motors und dessen Lebensdauer hat, lässt sich nicht pauschal sagen. Wenn du dich für Chiptuning entscheidest, solltest du dich von einem professionellen Tuner über die Vor- und Nachteile beraten lassen.

Chiptuning typisieren lassen

Jede Änderung an einem Fahrzeug, welche die Verkehrs- und Betriebssicherheit beeinflussen kann, muss genehmigt werden. Beim Tuning gilt das sowohl für eine Leistungssteigerung wie auch eine Leistungsminderung von über 5 %. Sowohl Abgaswerte, Lautstärke des Motors wie auch andere gesetzliche Richtlinien müssen nach dem Tuning selbstverständlich noch eingehalten werden, damit das Fahrzeug für den Straßenverkehr zugelassen werden kann. Manche Tuning-Boxen verfügen bereits beim Kauf über ein Teilegutachten, was die Typisierung wesentlich erleichtert.

Wichtiger Hinweis: Informiere dich auf jeden Fall vor dem Tuning ganz genau, wie die Typisierung abläuft und welche Nachweise du erbringen musst. Wer das Chip-Tuning nicht typisieren lässt, geht ein hohes Risiko ein. Kommt es zu einem Unfall, der auf die Veränderungen am Motor zurückzuführen ist (zum Beispiel aufgrund überhöhter Geschwindigkeit) übernimmt die Versicherung den entstandenen Schaden nicht.

Wie wirkt sich Tuning auf Gewährleistung und Versicherung aus?

Mit dem Tuning erlöschen jegliche Garantie- oder Gewährleistungsansprüche auf die betroffenen Teile. Das heißt, dass du im Schadensfall selbst für die Reparaturkosten aufkommen musst. Auch die Versicherung sollte von dem Tuning wissen, damit es im Schadensfall zu keinen bösen Überraschungen für beide Seiten kommt. Eventuell erhöhen sich durch das Tuning auch der Versicherungsbeitrag und die Kfz-Steuer. Manche Versicherungsgesellschaften bieten für diesen Fall eine Zusatzversicherung an, die die Herstellergarantie ersetzen kann. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du vor dem geplanten Chiptuning mit deiner Autoversicherung sprechen.

 

Welche Arten von Chiptuning gibt es?
  • 10-Cent-Tuning

Das 10-Cent-Tuning ist die einfachste Art des Tunings. Dabei wird ein Widerstand zwischen Ansaugluftfühler und Motorsteuergerät eingebaut, wodurch die Temperaturwerte verfälscht werden. Das Resultat ist, dass mehr Kraftstoff eingespritzt wird und sich die Leistung des Motors im unteren Drehzahlbereich erhöht.

  • Power-Box

Die Power-Box, manchmal auch Black-Box genannt, ist vermutlich die häufigste Art des Chiptunings. Diese täuscht dem Sensor ebenfalls falsche Werte vor und beeinflusst dadurch die Einspritzmenge. Power-Boxen gibt es in allen möglichen Preiskategorien und werden von vielen Tunern auch gern mal selbst eingebaut. Allerdings kann es bei schlechter Abstimmung der Box dazu kommen, dass der Motor in den Notlaufmodus wechselt oder Schäden durch Überbeanspruchung des Materials entstehen.

  • Power-Pedal

Bei modernen Fahrzeugen funktioniert das Gaspedal nicht mehr mechanisch, sondern gibt über Sensoren den Druck des Fahrers auf das Pedal an das Steuergerät weiter. Die Pedal-Box ist eine kleine Elektronikbox, die zwischen Gaspedal und Motorsteuergerät eingebaut wird und das Ansprechverhalten des Autos verändert. Es kommt dabei zwar zu keiner wirklichen Leistungssteigerung, dafür erreicht das Fahrzeug aber schneller die gewünschte Geschwindigkeit und reagiert sportlicher bei Druck auf das Gaspedal.

  • Neuprogrammierung des Motorsteuergerätes

Dabei handelt es sich auf jeden Fall um die professionellste Art des Chiptunings, da die unterschiedlichen Änderungen abhängig von den jeweiligen Messwerten gemacht werden. So wird die Leistungssteigerung ganz genau auf den Motor deines Fahrzeugs abgestimmt.

  • Eco-Tuning

Beim Eco-Tuning steht nicht die Leistungssteigerung des Motors im Vordergrund, sondern das Reduzieren des Kraftstoffverbrauchs. Dabei kann es jedoch zu einem erhöhten Ausstoß von Stickoxiden kommen, der mitunter über den erlaubten Grenzwerten liegt. Wird beim Eco-Tuning keine Messung der Abgaswerte vorgenommen, wird der problematische Wert spätestens beim nächsten Pickerl-Gutachten auffallen.

Unser Tipp: Wir glauben, dass sich die Fahrzeughersteller bei der Leistung ihrer Motoren durchaus etwas gedacht haben. Wer sich trotzdem für Chiptuning entscheidet, sollte sich an eine kompetente Tuning-Werkstatt wenden und lieber ein paar Euro mehr ausgeben. Das schont den Motor und die Umwelt.

Gibt es beim Chiptuning Risiken?

 Bei dieser Frage gehen die Meinung sehr stark auseinander und es hängt ganz davon ab, welcher Seite man mehr Glauben schenkt. Die einzelnen Hersteller raten dringend von jeglicher Art des Chiptunings ab, da die einzelnen Teile des Motors nicht auf die zusätzliche Belastung und die höheren Temperaturen ausgelegt sind. Und dann sind da die Tuner selbst, die davon überzeugt sind, dass es durch das Chiptuning zu keiner wesentlichen Überbeanspruchung des Motors kommt. Seriöse Tuner bieten ihren Kunden sogar eine Gewährleistung, welche jene des Herstellers ersetzen soll. Allerdings muss man im Falle eines Motorschadens natürlich nachweisen, dass dieser tatsächlich auf das Tuning zurückzuführen ist.

In der Regel kann man sagen: Je günstiger das Tuning ist, desto vorsichtiger sollte man sein.

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