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Kindersitzklassen: Welcher Kindersitz passt für welches Alter?

Kinder müssen ihrem Alter, dem Gewicht und der Körpergröße entsprechend richtig im Auto transportiert werden. Damit die lieben Kleinen wirklich sicher unterwegs sind, gelten für Kindersitze, die in der EU zugelassen werden, strenge Richtlinien. Allerdings können junge Eltern bei all den unterschiedlichen Normen und Einteilungen der Kindersitzklassen schnell mal den Überblick verlieren. Wir sagen dir, was die vielen Zahlen und Kürzel bedeuten und worauf du bei der Wahl des richtigen Kindersitzes achten solltest.

Kinder bis 14 Jahre, die kleiner als 135 Zentimeter sind, müssen in Autos in einem passenden Kindersitz transportiert werden. Das gilt für die Mitfahrt in allen Personenkraftwagen und für die richtige Sicherung sind nicht nur die Eltern, sondern in jedem Fall der Fahrer des Autos verantwortlich. Bei unsachgemäßer Sicherung drohen mitunter hohen Strafen.  

Frühere Regelung: Bis Ende 2018 war zur Beförderung von Kindern bis zu einer Größe von 150 Zentimetern ein entsprechender Sitz notwendig. Diese Vorschrift wurde auf 135 Zentimeter geändert - es empfiehlt sich jedoch, abhängig von Alter und Reife des Kindes, auch noch darüber hinaus einen Kindersitz zu verwenden.

 

ECE Normgruppen 

Ja, es kann verwirrend werden, denn derzeit gibt es drei gültige Normen für Kindersitze, die verwendet werden dürfen: 

  • i-Size / UN ECE Reg. 129
  • UN ECE Reg. 44/04 
  • UN ECE Reg. 44/03 (Im Handel sind Sitze dieser Normgruppe nicht mehr erhältlich, sie dürfen aber weiterhin verwendet werden.)

Während die Kindersitze, welche der Norm UN ECE Reg. 44 entsprechen, nach Gewichtsklassen eingeteilt sind, werden Kindersitze der neuen i-Size Normierung nach Körpergröße kategorisiert. Wie groß ein Kind für den jeweiligen Sitz maximal sein darf, legen die Hersteller dabei selbst fest. 

Übrigens: Die Norm sagt nichts über die Sicherheit des jeweiligen Kindersitzes aus. Bevor du dich für ein Modell entscheidest, solltest du dir unbedingt offizielle Bewertungen ansehen und überprüfen, wie gut er bei Crashtests abgeschnitten hat. 

Kindersitzklassen nach UN ECE Reg. 44/04

Ob dein Kind bereits in einen Sitz der nächsten Klasse wechseln darf, entscheidet das Gewicht. 

Babyschalen müssen stets rückwärtsgerichtet in das Fahrzeug eingebaut werden (ein paar wenige Ausnahmen werden seitwärts montiert). Experten empfehlen allerdings, auch Kleinkinder bis zum vierten Geburtstag aufgrund ihres großen Kopfes und der schwachen Nackenmuskulatur rückwärts in einem Reboarder fahren zu lassen. Solltest du einen rückwärtsgerichteten Kindersitz auf dem Beifahrersitz montieren, musst du unbedingt den Airbag ausschalten!

Überschneidungen der Klassen I/II und II/III sind übrigens sehr häufig und deuten nicht auf eine schlechtere Sicherheit hin.

Wusstest du, dass Isofix-Systeme lediglich für ein Maximalgewicht von 36 kg zugelassen sind? Dafür musst du stets das Gewicht des Sitzes und des Kindes zusammenzählen.

Die neue i-Size-Norm oder UN ECE Reg. 129

Die i-Size-Norm brachte einige neue, wichtige Regelungen mit sich, über die du als Elternteil informiert sein solltest:

  • Kindersitze, die der neuen i-Size-Norm entsprechen, werden nicht länger in Klassen abhängig vom Gewicht des Kindes eingeteilt. Vielmehr richten sie sich nach der Körpergröße, wobei die Hersteller die jeweiligen Grenzen für jedes Modell selbst festlegen.
  • Kinder müssen in i-Size-Sitzen bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgerichtet transportiert werden, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Gewicht.
  • Sitze der i-Size-Norm müssen zusätzlich einen Seitenaufpralltest bestehen.

 

Welcher Kindersitz passt für mein Kind?

Neben Körpergröße und Gewicht (nur das des Kindes - ohne dicke Winterjacke und Stiefel an den Füßen) ist ein weiterer Faktor ganz wichtig: Der Sitz muss in dein Auto und zu deinem Kind passen! Lass dich am besten in einem Fachgeschäft beraten und dort den Sitz zur Probe in dein Auto einbauen. Nimm dein Kind dabei unbedingt mit und lasse es seinen neuen Sitz selbst testen. Drückt er irgendwo? Steht er zu schräg auf der Rückbank? Oder fühlt er sich rundum gut an? Ja? Dann ist das der passende Sitz für euch! 

Info: So praktisch die einfachen Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne für Kinder ab 15 kg auch sind, bei einem Unfall bieten sie kaum Schutz. Wenn möglich, solltest du dein Kind so lange es geht in einem Sitz mit Kopfstütze transportieren.

Welche Strafen drohen, wenn wir ohne Kindersitz unterwegs sind? 

Das Baby schreit ganz fürchterlich beim Autofahren und will gestillt werden oder ein Nachbarskind soll spontan mitfahren... Gründe gibt es viele, warum man hin und wieder in Versuchung kommt, ein Kind ohne passendes Rückhaltesystem mitzunehmen. Aber neben der großen Verletzungsgefahr für die Kleinen drohen auch dem Fahrer bei Verstoß empfindliche Strafen. 

Neben einer Verwaltungsstrafe von bis zu 5.000 Euro bekommst du bei Verstoß gegen die Kindersitzpflicht auch einen Eintrag ins Führerscheinregister. Bei zwei Vormerkungen innerhalb von zwei Jahren musst du einen speziellen Kurs über das Thema Kindersicherheit absolvieren. Regelmäßige Verstöße können sogar zur Entziehung der Lenkerberechtigung führen.  

 

Gibt es Ausnahmen von der Kindersitz-Pflicht?  

Tatsächlich gibt es auch Ausnahmen von der Kindersitz-Pflicht, wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Reisebussen. In Österreich zählen auch Taxis zum öffentlichen Verkehr, daher entfällt hier ebenfalls die Pflicht zur Verwendung eines Kindersitzes. Manche Taxiunternehmen bieten aber auf Anfrage Sicherungssystem für Kleinkinder oder Sitzerhöhungen für größere Kinder. 

Achtung! In den meisten EU-Ländern müssen Kinder auch in Taxis auf passenden Kindersitzen transportiert werden. Informiere dich vor einem Urlaub genau über die regionalen Bestimmungen!

In besonderen Fällen ist auch die alleinige Sicherung eines Kindes mit einem Beckengurt zulässig. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Kinder ab einem Gewicht von 18 kg dürfen lediglich mit dem Beckengurt gesichert fahren, wenn der Sitzplatz nur mit einem solchen ausgestattet ist und alle anderen Sitzplätze besetzt sind.
  • Kinder ab 3 Jahren dürfen auf dem mittleren Sitz der Rückbank lediglich mit einem Beckengurt gesichert werden, wenn auf den zwei äußeren Sitzplätzen bereits ein Kindersitz montiert ist und daher nicht genug Platz für einen dritten Sitz in der Mitte ist. 

Ausnahme hin oder her, wir empfehlen dir trotzdem, stets passende Sitze für alle mitfahrenden Kinder zu verwenden.

Übrigens, bei drei Kindern kann der Platz auf der Rückbank schon mal eng werden. Hier findest du alle Autos, bei denen auch drei Kindersitze Platz auf der Rückbank finden.

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