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E-Ladestationen: Das solltest du unbedingt über das Laden eines E-Autos wissen

Rund 5.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte gibt es mittlerweile in ganz Österreich. Kein Problem also, stets mit ausreichend Saft unterwegs zu sein. Oder etwa doch? Ladepunkt ist nämlich nicht gleich Ladepunkt – die Unterschiede fangen beim jeweiligen Stecker und der Ladeleistung an und hören bei ganz unterschiedlichen Abrechnungssystemen auf. Das kann zum undurchdringlichen Dschungel für Fahrer von Elektroautos werden. Wir verraten dir, worauf du beim Laden achten solltest und wovon die Ladezeit deiner Batterie abhängt.

Viele Autofahrer stehen der Elektromobilität nach wie vor sehr skeptisch gegenüber. Das liegt nicht zuletzt an der Frage aller Fragen: Wo kann ich mein E-Auto aufladen? Und was gibt es dabei zu beachten? Für Besitzer eines Einfamilienhauses bietet sich natürlich die Installation einer eigenen Wallbox (Link: Moon) an. In Verbindung mit einer Solaranlage auf dem Hausdach tanken sie auf diese Art besonders günstig und ökologisch. Stadtbewohnern bleibt meist nur die Möglichkeit des öffentlichen Ladens - und das will gelernt sein. Aber keine Sorge: Wer die Sache mit den Steckertypen und den Kilowatt einmal raushat, der weiß ganz schnell, worauf es bei der passenden E-Ladestation ankommt.

 

Welche Steckerarten gibt es?

Wer sich mit nicht zusammenpassenden Kabeln und Steckdosen herumärgern will, der muss seit Beginn der Elektromobilität nicht mehr auf Urlaub ins Ausland fahren. Ein Besuch mit dem E-Auto bei einer öffentlichen Ladestation reicht da schon. Denn so wie es international gesehen keinen Standard für Steckdosen gibt, gibt es bisher auch bei elektrisch betriebenen PKW keine einheitlichen Stecker. Mit dem sogenannten Typ 2 oder Mennekes-Stecker hat sich das zumindest bei europäischen Automobilherstellern geändert, aber fangen wir lieber von ganz vorn an.

Man unterscheidet erst einmal zwischen Steckern für Wechselstrom und Gleichstrom.

 

Stecker für Wechselstrom

  • Typ 1 Stecker: Ein einphasiger Stecker mit einer möglichen Ladeleistung bis zu 7,4 kW. Er gilt als Standard im asiatischen Raum. 
  • Typ 2 Stecker (Mennekes-Stecker): Ist der in Europa am weitesten verbreitete, dreiphasige Stecker bei Ladestationen und mittlerweile zum Standard geworden. Er schafft eine maximale Ladeleistung zwischen 22 und 43 kW.
  • Typ 3A/C: Ist in Italien und Frankreich nach wie vor sehr verbreitet und hatte lange Zeit den Vorteil, dass er als einziger Stecker eine Shutter-Funktion hatte. Diese verhindert eine direkte Verbindung von stromführenden Teilen und wurde beim Typ 2 mittlerweile nachgerüstet. Typ 3A ist einphasig, Typ 3C dreiphasig.

Kleine Info am Rande: In Europa nutzen wir den Dreiphasenwechselstrom, zum Beispiel für den Herd in unserer Wohnung oder auch bei AC-Ladestationen für E-Autos. Hat ein Elektroauto einen einphasigen Anschluss, kann es die drei Phasen nicht voll ausnutzen und lädt daher um mindestens zwei Drittel langsamer als es bei der Ladestation eigentlich möglich wäre.

Stecker für Gleichstrom

  • Combined Charging System (CCS): Er ist Standard in Europa und den USA und im Grunde bloß eine Erweiterung des Typ 2 Steckers um die Möglichkeit der Gleichstrom-Ladung. In der Theorie schafft er eine Ladeleistung bis 170 kW, wobei derzeit eher tatsächliche Werte von 50 kW erreicht werden.
  • CHAdeMO: Ist der japanische Standard für Gleichstrom-Stecker und schafft theoretisch eine Leistung bis maximal 100 kW.
  • Tesla Supercharger: Er ist eine Modifizierung des Typ 2 Steckers und ausschließlich in Tesla-Modellen zu finden. Bis zu 120 kW Ladeleistung ermöglichen das Aufladen des Model S zu 80 % in nur 30 Minuten.

 

Wechselstrom oder Gleichstrom? AC oder DC?

Zusammen klingen die beiden Abkürzungen immer noch am besten, das wissen wir schon. Aber wer über die Musik hinauskommen und sich beim ersten Ladevorgang nicht wie vom Blitz getroffen fühlen will, weil es nicht so klappt wie gewünscht, der muss sich zumindest ein bisschen mit den Unterschieden befassen. Für alle, die in Physik nicht allzu gut aufgepasst oder die Details schon wieder vergessen haben, haben wir einen kleinen Crashkurs in Sachen Strom. 

Wechselstrom (AC): Das ist jener Strom, der dich den lieben langen Tag im Haushalt begleitet. Er heißt so, weil sich seine Bewegungsrichtung periodisch ändert. Das betrifft uns im Alltag eigentlich nicht - es sei denn, es geht um das Laden deines E-Fahrzeugs.

Gleichstrom (DC): Elektroautos speichern in ihrer Batterie nämlich ausschließlich Gleichstrom. Wenn du dein Auto mit Wechselstrom lädst, muss dieser also irgendwie umgewandelt werden, damit er als Gleichstrom gespeichert werden kann. Das kann auf folgende Arten passieren:

  • Das Ladegerät deines E-Autos wandelt den Wechselstrom in Gleichstrom um.
  • Der Gleichrichter in der E-Tankstelle kümmert sich um die Umwandlung und lädt dein Elektrofahrzeug direkt mit Gleichstrom.

 

Wo lädt man denn aber mit Wechselstrom und wo mit Gleichstrom?

AC-Ladestationen sind weitaus häufiger als DC-Tankstellen. Mit Wechselstrom lädst du zum Beispiel zu Hause bei deiner Wallbox, in Parkhäusern oder beim Supermarkt. Es geht zwar nicht ratzfatz, ist aber sicher und geschieht am besten über Nacht oder zum schnellen Nachladen zwischendurch beim Einkaufen.

Während jedes E-Auto mit Wechselstrom geladen werden kann, verfügen nicht alle Elektrofahrzeuge über einen Stecker zum Laden mit Gleichstrom. Außerdem sind diese Ladestationen wesentlich seltener. Du findest sie in der Regel bei Autobahnraststätten. Tesla verfügt übrigens über das weltweit größte Netz von DC-Ladestationen, welche jedoch nur von Fahrzeugen dieses Herstellers genutzt werden können.

 

Wovon hängt die Ladeleistung ab?

Wie hoch die Ladeleistung tatsächlich ist, hängt vom Ladegerät deines E-Autos, dem verwendeten Ladekabel und der Ladestation ab. Das schwächste Glied in dieser Konstellation bestimmt, mit welcher Leistung - und daher auch wie schnell - die Batterie geladen werden kann. Tankst du zum Beispiel deinen Nissan Leaf an einer Ladestation mit 22 kW, kannst du die volle Power gar nicht nutzen, weil der Leaf bei Wechselstrom mit einer maximalen Leistung von lediglich 6,6 kW laden kann. Im Gegensatz dazu kannst du die möglichen 22 kW eines Renault Zoé bei deiner Wallbox zu Hause mit 11 kW nicht optimal nutzen. Geladen werden trotzdem beide Autos, es braucht in den dargestellten Konstellationen nur etwas länger.

 

Wie lange dauert denn nun der Ladevorgang?

Wie lange die Batterie deines E-Autos benötigt, um vollständig geladen zu sein,  hängt (unter anderem) von deren Kapazität (in kWh) und der Ladeleistung (in kW) ab. Du kannst dir die theoretische Ladezeit ganz einfach selbst ausrechnen, indem du folgende Formel verwendest:

Batteriekapazität (kWh) / Ladeleistung (kW) = Ladezeit (h)

Kleines Beispiel gefällig? Nehmen wir dafür den VW ID.3, der ab Frühling den Markt für Elektroautos stürmen soll. Seine stärkste Batterie bringt es auf 77 kWh, womit eine Reichweite von bis zu 550 Kilometer möglich sein soll. Wie lange seine Batterie an einer Wechselstrom-Ladestation mit 22 kW laden muss, kannst du so ausrechnen:

77 kWh / 22 kW = 3,5 h

Klingt einfach, nicht wahr? In der Praxis hängt die tatsächliche Ladedauer jedoch noch von weiteren Faktoren ab. Dazu gehört zum Beispiel die Temperatur der Batterie. Im kalten Zustand lädt sie langsamer, was sich vor allem im Winter kurz nach dem Start des Motors bemerkbar macht. Du solltest die Batterie daher nach einer Fahrt laden, wenn alles wohl temperiert ist. Auf der anderen Seite führt eine hohe Ladeleistung zu einem Temperaturanstieg der Batterie. Das E-Auto drosselt dann eventuell die Ladeleistung, um einer Überhitzung vorzubeugen. Und dann wäre da noch die magische Grenze von etwa 80 Prozent. Bis zu dieser wird die Batterie mit maximaler Geschwindigkeit geladen, danach geht es immer langsamer voran.

 

Anbieter von E-Tankstellen: Welcome to the Jungle

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass der Tarif eines Anbieters bei jeder Ladestelle ersichtlich ist, doch dem ist nicht so. Wer sich nicht vorher wirklich intensiv über die einzelnen Abrechnungsmodelle informiert hat und weiß, welcher Anbieter wie viel und wofür verrechnet, findet das an kaum einer Ladestation heraus. Das liegt daran, dass in Österreich ein einheitliches System wie bei konventionellen Tankstellen fehlt und auch die von der EU vorgegebene Preistransparenz noch nicht umgesetzt wurde. Das macht es für Konsumenten sehr schwer, die Angebote einzelner Anbieter einander direkt gegenüberzustellen.

Die Arbeiterkammer verglich in einer von ihr durchgeführten Studie das Tarifsystem rund ums E-Auto mit dem der Mobilfunkanbieter und kam zu dem Schluss, dass ein direkter Vergleich für den Verbraucher unmöglich ist. Da gibt es Grundgebühren, Freieinheiten, E-Roaming, Vertragstarife, Pauschaltarife und Direct Payment Tarife. Abgerechnet wird zum Teil auf die Minute genau, in manchen Fällen aber auch pro angefangener halber Stunde. Dabei ist es mitunter ganz egal, ob die Batterie schon voll ist. Verrechnet wird, solange das Auto mit der Ladestation verbunden ist. Insgesamt wurde pro 100 gefahrenen Kilometern eine Preisspanne zwischen 2,97 und 8,51 Euro festgestellt, wobei Pauschaltarife durchschnittlich am günstigsten waren. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte sich sehr gut bei einzelnen Anbietern informieren und - sofern möglich - über eine Wallbox zu Hause nachdenken.

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